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Herbst und Winter mit deinem Haustier: von dunklen Spaziergängen bis zum Feuerwerk
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Herbst und Winter mit deinem Haustier: von dunklen Spaziergängen bis zum Feuerwerk

Tailz 8 Min. Lesezeit

Die Tage werden kürzer, es wird nass und kalt, und Ende Dezember knallt das Feuerwerk. Für die meisten Haustiere ist der Winter kein Problem, vorausgesetzt, du machst ein paar Dinge anders als im Sommer. Hier liest du Thema für Thema, worauf du achtest, für Hunde, Katzen, Nagetiere, Vögel und Fische.

In diesem Artikel:

Gesehen werden im Dunkeln

Im Winter fällt ein großer Teil der Spaziergänge in die Dunkelheit, und ein dunkler Hund ist für Autofahrer fast unsichtbar. Sorg dafür, dass ihr beide auffallt:

  • Reflektierendes Halsband, Geschirr oder reflektierende Leine. Reflektoren wirken, sobald Licht darauf fällt, zum Beispiel von Scheinwerfern.
  • Ein Licht am Halsband. Ein LED-Licht oder ein Leuchthalsband macht deinen Hund auch dort sichtbar, wo keine Scheinwerfer sind, und du siehst selbst, wo er gerade schnüffelt.
  • Du selbst auch. Eine Warnweste oder eine reflektierende Jacke für dich macht das Bild komplett.
  • An der Straße kurz an der Leine. Im Dunkeln reagierst du später auf eine Katze, einen Hasen oder einen Radfahrer.

Lässt du deinen Hund im Dunkeln frei laufen, wähl ein eingezäuntes Gelände oder einen Ort, den du gut kennst, und sorg dafür, dass sein Rückruf wirklich sitzt.

Nasse Pfoten und Streusalz

Streusalz reizt die empfindlichen Ballen und kann kleine Risse verursachen. Außerdem leckt dein Hund nach dem Spaziergang seine Pfoten sauber und nimmt so Salz auf.

  • Spül die Pfoten nach dem Spaziergang ab mit lauwarmem Wasser und trockne sie gut, auch zwischen den Zehen.
  • Schneid das Fell zwischen den Ballen kurz bei langhaarigen Hunden. Sonst bilden sich darin Schnee- und Eisklümpchen, die wehtun.
  • Verwende einen Pfotenbalsam vor dem Spaziergang als Schutz und danach als Pflege bei trockenen oder rissigen Ballen.
  • Schau regelmäßig zwischen die Zehen, ob du Rötungen, kleine Wunden oder Steinchen entdeckst.

Humpelt dein Hund nach einem Spaziergang oder leckt er ständig an einer Pfote, schau sie dir genau an und geh zum Tierarzt, wenn es nicht schnell besser wird.

Strichzeichnung einer Hundepfote, die mit einem Handtuch abgetrocknet wird, umgeben von Schneeflocken Abspülen, abtrocknen, eincremen: zwei Minuten nach jedem Winterspaziergang.

Braucht dein Hund einen Mantel?

Nicht jeder Hund braucht einen Mantel. Ein Husky oder ein Berner Sennenhund mit dichter Unterwolle fühlt sich im belgischen Winter pudelwohl. Andere Hunde frieren dagegen schnell:

  • kurzhaarige Hunde ohne Unterwolle, etwa Windhunde, Whippets oder Boxer;
  • kleine Hunde, die nah am kalten, nassen Boden laufen;
  • ältere Hunde und Hunde mit Gelenkbeschwerden;
  • Welpen und Hunde, die krank sind oder sich erholen.

Zittert dein Hund, läuft er mit gekrümmtem Rücken oder will er schnell wieder nach Hause, dann ist ihm kalt. Ein guter Mantel reicht vom Hals bis zum Schwanzansatz, lässt die Beine frei bewegen und schließt unter dem Bauch. Miss deinen Hund aus, bevor du bestellst: Rückenlänge, Brustumfang und Halsumfang. Zieh den Mantel drinnen aus und trockne ihn, denn ein nasser Mantel kühlt erst recht aus.

Drinnen: Wärme und weniger Bewegung

Im Winter bewegt sich ein Haustier oft weniger, vor allem wenn die Spaziergänge kürzer werden oder deine Katze seltener nach draußen geht. Pass die Futtermenge bei Bedarf etwas an und wieg dein Tier ruhig einmal: Ein paar hundert Gramm mehr sind bei einer Katze schon viel.

Sorg auch drinnen für Bewegung und Beschäftigung. Eine Schnüffelmatte, ein Denkspiel oder zehn Minuten gezieltes Spielen mit einer Spielangel bringen einem Hund oder einer Katze mehr, als du denkst. Katzen suchen im Winter gern die Wärme: Ein Körbchen in der Sonne oder eine Hängematte an der Heizung ist ideal. Vorsicht bei Öfen und offenen Kaminen: Eine Katze, die zu nah am Feuer liegt, kann sich das Fell versengen, und eine Kerze auf einem niedrigen Tisch ist schnell umgestoßen.

Gefahren in Haus und Garage

Im Herbst und rund um die Feiertage kommen Dinge ins Haus, die für Tiere gefährlich sind.

  • Frostschutzmittel. Es schmeckt süß und ist schon in kleinen Mengen hochgiftig für Hunde und Katzen. Wisch verschüttetes Frostschutzmittel sofort auf und bewahr die Flasche weit oben und gut verschlossen auf. Hast du den Verdacht, dass dein Tier davon getrunken hat, fahr sofort zum Tierarzt: Schnelles Handeln ist hier lebenswichtig.
  • Schokolade. Giftig für Hunde und Katzen, und je dunkler, desto gefährlicher. Achte auf Schokolade unter dem Weihnachtsbaum und in Adventskalendern.
  • Weintrauben und Rosinen können bei Hunden Nierenschäden verursachen, auch im Christstollen oder in Plätzchen.
  • Xylit, ein Süßungsmittel in zuckerfreiem Kaugummi und manchen Süßigkeiten, ist hochgiftig für Hunde.
  • Lilien sind für Katzen in allen Teilen giftig, auch der Blütenstaub und das Wasser in der Vase. Wähl einen Strauß ohne Lilien.
  • Lametta und Geschenkband sehen für eine Katze wie Spielzeug aus, können beim Verschlucken aber den Darm schwer schädigen. Häng sie hoch oder lass sie weg.
  • Weihnachtsstern und Stechpalme reizen Maul und Magen. Nicht lebensgefährlich, aber unangenehm.

Hat dein Tier etwas gefressen, bei dem du kein gutes Gefühl hast, ruf deinen Tierarzt an, auch wenn es noch nichts zeigt. Manche Vergiftungen machen sich erst nach Stunden bemerkbar.

Kaninchen und Meerschweinchen draußen

Kaninchen vertragen Kälte gut, vorausgesetzt, ihr Stall ist trocken und zugfrei. Meerschweinchen sind viel empfindlicher: Bei Frost holst du sie besser ins Haus oder in einen frostfreien Raum, etwa einen hellen, belüfteten Schuppen.

  • Stell den Stall geschützt vor Wind und Regen auf, am besten an eine Wand und auf Füße, damit der Boden nicht kalt und nass wird.
  • Isoliere mit einer Decke oder einer Isolierhülle über dem Stall, aber lass die Belüftung frei: Feuchte Luft ist ungesünder als kalte.
  • Extra Heu und Stroh zum Verkriechen. Heu ist außerdem ihr wichtigstes Futter, auch im Winter.
  • Trinkwasser friert ein. Kontrollier die Trinkflasche mindestens zweimal am Tag oder verwende eine Isolierhülle. Eine zweite Flasche drinnen zum Wechseln hilft ebenfalls.
  • Mist öfter aus. Nasse Einstreu kühlt aus und führt zu Hautproblemen.

Vögel und Fische

Vögel mögen keine Zugluft. Stell den Käfig nicht an ein Fenster, das oft geöffnet wird, und nicht direkt neben die Heizung, die die Luft austrocknet. Eine wichtige, weniger bekannte Gefahr: Überhitzte Pfannen mit Antihaftbeschichtung (PTFE) geben Dämpfe ab, die für Vögel tödlich sein können. Halte deinen Vogel deshalb aus der Küche fern.

Fische in einem Aquarium im Haus merken wenig vom Winter, eine ausfallende Heizung aber sehr wohl. Kontrollier das Thermometer täglich. Hast du einen Teich, fisch das Laub heraus, bevor es zu faulen beginnt, und halte bei Frost mit einem Eisfreihalter eine Öffnung im Eis frei, damit Gase entweichen können. Schlag nie ein Loch ins Eis: Die Druckwelle stresst die Fische.

Feuerwerk: Fang jetzt an, nicht erst am 31. Dezember

Viele Hunde und Katzen haben Angst vor Feuerwerk, und das beginnt oft schon Wochen vor Silvester. Je früher du anfängst, desto mehr kannst du tun.

Wochen vorher

  • Gewöhn deinen Hund an das Geräusch. Spiel Aufnahmen von Feuerwerk ganz leise ab, während er frisst oder spielt, und dreh die Lautstärke über ein paar Wochen langsam höher. Reagiert er ängstlich, geh einen Schritt zurück.
  • Richte eine sichere Höhle ein. Eine Hundebox mit einer Decke darüber oder ein Körbchen in einer ruhigen Ecke ohne Fenster. Sorg dafür, dass er schon jetzt gern dorthin geht, mit einem Kauknochen oder einem Leckerli.
  • Ist dein Tier sehr ängstlich? Sprich rechtzeitig mit deinem Tierarzt. Es gibt Hilfsmittel und, wenn nötig, Medikamente, aber mit denen muss man oft Tage bis Wochen vorher beginnen.
  • Prüf die Chipdaten und häng eine Marke mit deiner Telefonnummer ans Halsband. Rund um Neujahr laufen mehr Tiere weg als zu jeder anderen Zeit im Jahr.

Am Abend selbst

  • Geh mit deinem Hund Gassi, bevor es dunkel wird, und lass ihn an der Leine, auch in deiner eigenen Nachbarschaft.
  • Lass Katzen drinnen und schließ die Katzenklappe schon tagsüber.
  • Zieh die Vorhänge zu und dreh Radio oder Fernseher etwas lauter, um die Knallerei zu dämpfen.
  • Bleib selbst ruhig. Du darfst dein Tier ruhig trösten, wenn es zu dir kommt: Trost macht die Angst nicht schlimmer. Zwing es nicht aus seinem Versteck.
  • Gib ihm etwas zum Kauen oder Lecken; das wirkt beruhigend.

Nagetiere und Vögel, die draußen leben, holst du an diesem Abend am besten ins Haus oder in einen Schuppen, und deckst den Stall ab, um Blitze und Knalle zu dämpfen.

Strichzeichnung eines Hundes, der ruhig in seinem Körbchen liegt, während draußen vor dem Fenster Feuerwerk explodiert Eine sichere Höhle, Vorhänge zu und etwas zum Kauen: So kommt dein Hund durch den Jahreswechsel.

Überblick nach Tierart

TierWorauf du diesen Winter achtest
HundSichtbar im Dunkeln, Pfoten nach Streusalz, ein Mantel, wenn ihm kalt ist, Feuerwerkstraining
KatzeWarme Plätzchen, drinnen bei Feuerwerk, keine Lilien und kein Lametta, Vorsicht bei Frostschutzmittel
KaninchenTrockener, zugfreier Stall, extra Heu, Trinkwasser, das nicht einfriert
MeerschweinchenBei Frost ins Haus oder in einen frostfreien Raum
VogelKeine Zugluft, nicht neben der Heizung, raus aus der Küche
FischHeizung kontrollieren, Teich eisfrei halten, ohne zu hacken

Mit dieser Vorbereitung wird der Winter für dein Haustier einfach eine gemütliche Zeit: lange Nickerchen, kurze frische Spaziergänge und ein warmer Platz in deiner Nähe.

Dieser Ratgeber gibt allgemeine Tipps. Bist du dir bei der Gesundheit deines Tieres unsicher oder glaubst du, dass es etwas Giftiges aufgenommen hat, wende dich sofort an deinen Tierarzt.