Ein Kitten im Haus ist pure Energie auf vier Pfoten: Im einen Moment rast es über das Sofa, im nächsten schläft es in einem Karton, der viel zu klein aussieht. In den ersten Wochen lernt es, wo sein Klo steht, wo es kratzen darf, wer seine Menschen sind und dass dein Zuhause ein sicherer Ort ist. Mit ein wenig Vorbereitung geht das wie von selbst.
In diesem Artikel:
- Bevor es einzieht: was du vorbereitest
- Die ersten Tage: Ein Zimmer reicht
- Das Katzenklo
- Fütterung
- Spielen und Kratzen
- Ein sicheres Zuhause
- Tierarzt, Chip und Sterilisation
- Der erste Freigang
- Die ersten vier Wochen auf einen Blick
Bevor es einzieht: was du vorbereitest
Ein Kitten sollte am besten nicht jünger als zwölf Wochen in sein neues Zuhause kommen. Bis dahin lernt es von seiner Mutter und seinen Geschwistern, wie sich eine Katze verhält, und das merkst du später. Nutz die Wochen davor, um alles bereitzustellen:
- Ein Katzenklo mit derselben Streu wie beim Züchter oder im Tierheim. Frag nach, welche Streu es kennt. Ein Klo mit niedrigem Einstieg ist praktisch für kleine Pfoten.
- Dasselbe Futter, das es jetzt bekommt. Ein Umzug ist aufregend genug; ein neues Futter kann warten.
- Ein Futter- und ein Wassernapf. Am besten flach und breit: Viele Katzen mögen es nicht, wenn ihre Schnurrhaare den Rand berühren. Stell das Wasser nicht direkt neben das Futter.
- Ein Kratzbaum, der stabil steht und hoch genug ist, damit es sich ganz ausstrecken kann.
- Eine Transportbox. Für die Fahrt nach Hause und zum Tierarzt. Stell sie zu Hause einfach offen ins Zimmer, dann wird sie zu einem Rückzugsort und nicht zu einer Strafe.
- Ein Körbchen oder eine Decke an einem ruhigen, warmen Platz. Rechne aber damit, dass es selbst entscheidet, wo es schläft.
- Spielzeug: eine Spielangel mit Federn, ein paar Bälle, etwas zum Jagen.
Die ersten Tage: Ein Zimmer reicht
Ein ganzes Haus ist groß für ein Kitten von ein paar hundert Gramm. Fang mit einem ruhigen Zimmer an, in dem alles bereitsteht: Klo, Futter, Wasser, Kratzbaum, ein Schlafplatz und ein paar Verstecke. Ein Karton auf der Seite funktioniert prima.
- Stell die Box ab, öffne die Tür und lass es von selbst herauskommen. Hol es nicht heraus.
- Lass es sich ruhig verstecken, wenn es das möchte. Setz dich in die Nähe, sprich ruhig und lass es zu dir kommen.
- Lass es nach ein paar Tagen, wenn es entspannt frisst, das Klo benutzt und spielt, Zimmer für Zimmer den Rest des Hauses entdecken.
- Heb dir Besuch für später auf, und bring Kindern bei, dass ein Kitten selbst entscheidet, wann es gestreichelt werden möchte.
Hast du schon eine Katze oder einen Hund? Halte sie in den ersten Tagen getrennt und lass sie sich zuerst an den Geruch des anderen gewöhnen, zum Beispiel mit einem Tuch, das du über beide Tiere reibst, oder indem du die Zimmer tauschst. Erst danach bringst du sie kurz und unter Aufsicht zusammen.
Das Katzenklo
Die meisten Kitten kennen das Katzenklo schon von ihrer Mutter. Setz dein Kitten bei der Ankunft gleich kurz ins Klo, dann weiß es, wo es steht. Stell das Klo an einen ruhigen Platz, nicht neben das Futter, und schaufel es jeden Tag. Hast du mehrere Katzen, rechne mit einem Klo pro Katze, plus eins.
Geht einmal etwas daneben, bestraf es nicht: Mach die Stelle mit einem Enzymreiniger sauber, damit der Geruch wirklich weg ist, und schau, ob das Klo an einem besseren Platz stehen kann. Alles über das richtige Klo, die richtige Streu und den richtigen Platz liest du in Das Katzenklo: So nutzt deine Katze es weiterhin gern.
Fütterung: Kittenfutter, bis es ausgewachsen ist
Ein Kitten wächst enorm schnell und braucht deshalb Futter, das genau dafür gemacht ist: mehr Energie, mehr Eiweiß und die richtigen Mineralstoffe. Gib Kittenfutter bis etwa zum zwölften Monat; große Rassen wie die Maine Coon sind erst später ausgewachsen.
Möchtest du auf ein anderes Futter umstellen, mach es schrittweise über etwa eine Woche: zuerst ein Viertel neues Futter unter dem alten, dann die Hälfte, dann drei Viertel und dann ganz über. Eine Kombination aus Nass- und Trockenfutter ist für viele Katzen eine gute Wahl: Nassfutter liefert zusätzliche Flüssigkeit, und Katzen trinken von Natur aus wenig.
| Alter | Mahlzeiten pro Tag | Worauf du achtest |
|---|---|---|
| 3 bis 6 Monate | 3 bis 4 | Kleine Portionen, feste Zeiten |
| 6 bis 12 Monate | 2 bis 3 | Portion laut Verpackung und nach Gewicht |
| Ab etwa 12 Monaten | 2 | Umstellung auf Futter für erwachsene Katzen |
Immer frisches Wasser, am besten an mehr als einer Stelle. Gib keine Kuhmilch: Die meisten Katzen vertragen Laktose schlecht und bekommen davon Durchfall. Leckerlis sind prima zum Belohnen, aber zähl sie zur Tagesration dazu.
„Ein Kitten, das spielt, frisst und schläft, macht alles richtig. Mehr braucht es in der ersten Woche nicht.“
Tipp aus unserem Team
Spielen und Kratzen
Spielen ist für ein Kitten kein Zeitvertreib, sondern Übung: anschleichen, springen, fangen. Spiel jeden Tag ein paar kurze Runden von fünf bis zehn Minuten, zum Beispiel mit einer Spielangel mit Federn, und lass es am Ende die „Beute“ wirklich fangen. So endet das Spiel mit einer zufriedenen Katze statt mit einer aufgedrehten.
Benutz nie deine Hände oder Füße als Spielzeug. Was bei einem drei Monate alten Kitten lustig ist, tut bei einer erwachsenen Katze weh, und den Unterschied kennt es nicht. Beißt oder kratzt es trotzdem, unterbrich das Spiel kurz und gib ihm etwas, das es fangen darf.
Kratzen ist natürliches Verhalten: So hält es seine Krallen in Form und hinterlässt seinen Geruch. Stell den Kratzbaum dorthin, wo es sich gern aufhält, zum Beispiel neben seinen Schlafplatz oder an ein Fenster, und belohne es, wenn es ihn benutzt. Kratzt es am Sofa, stell den Kratzbaum genau dorthin.
Ein sicheres Zuhause
Ein Kitten kriecht überall hinein und klettert überall hinauf. Schau dich vor seinem Einzug einmal mit seinen Augen um:
- Lilien sind für Katzen sehr giftig, sogar der Blütenstaub oder das Wasser aus der Vase. Verbanne sie aus dem Haus. Auch andere Zimmerpflanzen können giftig sein; prüf jede Pflanze, bevor du sie ins Haus holst.
- Kippfenster sind eine bekannte Falle: Eine Katze versucht, hindurchzuklettern, und klemmt sich ein. Schließ sie oder bring ein Schutzgitter an.
- Fäden, Gummibänder und Schnüre werden verschluckt und können den Darm verstopfen. Räum Spielzeug mit Schnur nach dem Spielen weg.
- Waschmaschine und Trockner: Schau hinein, bevor du sie einschaltest. Eine warme Trommel ist ein beliebter Schlafplatz.
- Herunterhängende Kabel laden zum Kauen ein.
- Medikamente für Menschen wie Paracetamol und Ibuprofen sind für Katzen gefährlich. Auch Flohmittel für Hunde mit Permethrin sind für Katzen giftig.
Tierarzt, Chip und Sterilisation
Plan in der ersten Woche einen Besuch beim Tierarzt ein. Er untersucht dein Kitten, schaut sich den Impfpass an und bespricht mit dir, wann die nächsten Impfungen gegen Katzenseuche und Katzenschnupfen anstehen und wie du entwurmst und vor Flöhen schützt.
In Belgien muss eine Katze gechippt und bei CatID registriert sein, bevor sie den Besitzer wechselt, und es gilt eine Sterilisationspflicht. Frag beim Abholen, ob Chip und Registrierung in Ordnung sind, und lass die Registrierung auf deinen Namen und deine Adresse umschreiben. Ist dein Kitten noch nicht sterilisiert oder kastriert, vereinbare mit deinem Tierarzt, wann das passiert; meist ist das mit etwa fünf bis sechs Monaten, und auf jeden Fall, bevor es nach draußen geht.
Der erste Freigang
Wird deine Katze ein Freigänger, warte, bis sie vollständig geimpft und sterilisiert ist und sich zu Hause wirklich zu Hause fühlt: Rechne mit mindestens einigen Wochen. Lass sie die ersten Male kurz vor einer Mahlzeit hinaus, geh mit in den Garten und ruf sie mit etwas Leckerem wieder herein. So lernt sie, dass zu Hause der Ort ist, an dem das Futter steht. Chip und Registrierung sorgen dafür, dass sie zurückkommt, falls sie sich doch einmal verirrt.
Bleibt deine Katze drinnen, braucht sie mehr Beschäftigung, damit sie sich nicht langweilt: Höhe zum Klettern, einen Platz am Fenster, um nach draußen zu schauen, und jeden Tag ein paar Spielrunden.
Die ersten vier Wochen auf einen Blick
| Woche | Worauf du dich konzentrierst |
|---|---|
| Woche 1 | Ein ruhiges Zimmer, das Katzenklo, das gewohnte Futter, der Tierarzt, kommen lassen statt hochnehmen |
| Woche 2 | Den Rest des Hauses entdecken, jeden Tag spielen, der Kratzbaum am richtigen Platz |
| Woche 3 | Ruhiger Besuch, Kennenlernen anderer Haustiere, eventuell Umstellung auf anderes Futter |
| Woche 4 | Gewöhnung an die Box, Bürsten und Pfotenanfassen als Gewohnheit, Termine für Impfung und Sterilisation |
Zum Schluss
Jedes Kitten hat sein eigenes Tempo. Das eine liegt nach einer Stunde auf deinem Schoß, das andere braucht eine Woche, um unter dem Schrank hervorzukommen. Lass es das Tempo bestimmen, halte die Tage vorhersehbar und gib ihm genug zu tun. Dann wird es eine Katze, die sich bei dir zu Hause fühlt.
Dieser Ratgeber gibt allgemeine Tipps. Bist du dir bei der Gesundheit oder der Entwicklung deines Kittens unsicher, frag deinen Tierarzt.