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Das Katzenklo: So nutzt deine Katze es weiterhin gern
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Das Katzenklo: So nutzt deine Katze es weiterhin gern

Tailz 7 Min. Lesezeit

Eine Katze, die neben das Katzenklo pinkelt, tut das selten aus Sturheit. Meistens stimmt etwas mit der Toilette, dem Platz oder der Streu nicht, oder deine Katze fühlt sich nicht wohl. Die gute Nachricht: Mit ein paar einfachen Entscheidungen löst du die meisten Probleme oder lässt sie gar nicht erst entstehen.

In diesem Artikel:

Wie viele Katzenklos? Eins pro Katze, plus eins

Die Faustregel, an die sich Tierärzte und Verhaltensexperten halten: ein Katzenklo pro Katze, plus ein zusätzliches. Bei zwei Katzen stellst du also drei auf. Das klingt nach viel, aber Katzen teilen ihre Toilette nicht gern, und ein Klo, das gerade besetzt oder schmutzig ist, ist für manche Katzen Grund genug, sich einen anderen Ort zu suchen.

Wichtig: Zwei Katzenklos direkt nebeneinander zählen für deine Katze als eins. Verteil sie auf verschiedene Zimmer, und wohnst du auf mehreren Etagen, stell auf jede Etage mindestens eins. Auch eine einzelne Katze profitiert von einem zweiten Klo, vor allem eine ältere Katze, die nicht mehr so gern Treppen steigt.

Strichzeichnung eines Grundrisses mit drei Katzenklos in verschiedenen Zimmern, weit weg vom Futternapf Zwei Katzen, drei Katzenklos, jedes in einem anderen Zimmer und nicht neben dem Futter.

Wie groß sollte das Katzenklo sein?

Die meisten Katzenklos im Handel sind kleiner als das, was eine Katze eigentlich angenehm findet. Eine gute Größe ist etwa das Anderthalbfache der Länge deiner Katze, von der Nase bis zum Schwanzansatz. Deine Katze sollte sich darin drehen, scharren und sitzen können, ohne mit den Hinterpfoten über den Rand zu hängen.

  • Kitten brauchen einen niedrigen Einstieg, sonst klettern sie nicht hinein.
  • Ältere Katzen mit steifen Gelenken freuen sich über einen niedrigen Rand oder ein Klo mit einer Aussparung vorne.
  • Katzen, die hoch pinkeln oder viel Streu hinausscharren, sind mit einem Klo mit hohen Seitenwänden und niedrigem Einstieg gut bedient.

Offen oder mit Haube?

Ein Katzenklo mit Haube hält den Geruch drinnen, aber das ist vor allem für dich angenehm. Für deine Katze bleibt der Geruch gerade darin hängen, und ein Klo mit nur einem Eingang fühlt sich für manche Katzen wie eine Falle an: Sie sehen nicht, wer kommt, und kommen nicht schnell heraus. Das spielt besonders dann eine Rolle, wenn mehrere Katzen oder ein Hund im Haus leben.

Viele Katzen entscheiden sich für ein offenes Klo, wenn du ihnen die Wahl lässt. Unsicher? Stell ein offenes Klo und eins mit Haube nebeneinander und schau, welches deine Katze benutzt. Sie wird es dir schnell genug zeigen. Nutzt du ein Klo mit Haube, lass die Klappe weg, wenn deine Katze zögert, und tausch den Aktivkohlefilter rechtzeitig aus.

Wohin mit dem Katzenklo?

Der Platz ist mindestens so wichtig wie das Klo selbst. Auf der Toilette ist eine Katze kurz verletzlich und möchte sich sicher fühlen.

  • Ruhig, aber nicht versteckt. Eine Ecke in einem Zimmer, durch das nicht ständig jemand läuft, das deine Katze aber leicht erreicht.
  • Nicht neben Futter und Wasser. Katzen fressen nicht gern neben ihrer Toilette. Halte ein paar Meter Abstand, am besten ein anderes Zimmer.
  • Nicht neben Waschmaschine oder Trockner. Einmal vom Schleudern erschreckt zu werden, kann reichen, damit eine Katze das Klo meidet.
  • Mit Fluchtweg. Deine Katze sollte sehen können, wer hereinkommt, und weglaufen können. Ein Klo hinten in einem engen Schrank funktioniert deshalb oft schlecht.
  • Immer erreichbar. Eine Tür, die manchmal zufällt, oder eine Katzenklappe, die klemmt, reicht schon für ein Missgeschick.

Stellst du das Katzenklo um, mach es Schritt für Schritt, einen halben Meter pro Tag, oder stell das neue Klo erst dazu, bevor du das alte wegnimmst.

Welche Streu?

Jede Streu hat Vor- und Nachteile. Wichtiger als die Frage, welche du wählst, ist, dass deine Katze sie gern benutzt und dass du nicht zu oft wechselst.

ArtVorteileNachteile
Klumpstreu (Bentonit)Feine Körnung, die viele Katzen angenehm finden, Klumpen lassen sich leicht herausschaufelnSchwer, kann stauben, nicht kompostierbar
SilikatstreuNimmt viel Feuchtigkeit auf, bindet Gerüche gut, leichtGrobe Körnung, die manche Katzen nicht gern unter den Pfoten spüren
Pflanzliche Streu (Mais, Weizen, Tofu)Leicht, oft klumpend, manche Sorten kompostierbarTeurer, muss trocken gelagert werden
HolzpelletsNatürlich, saugfähig, günstig im VerbrauchZerfällt zu Sägemehl, das leicht herausgetragen wird

Zwei Dinge gelten fast immer. Nimm Streu ohne Duft: Was für uns frisch riecht, ist für eine Katzennase oft viel zu stark. Und füll das Klo mit etwa fünf bis sieben Zentimetern Streu, genug zum Graben, aber nicht so viel, dass deine Katze darin einsinkt.

Möchtest du umsteigen? Misch die neue Streu über ein, zwei Wochen unter die alte, jedes Mal ein bisschen mehr. Ein plötzlicher Wechsel ist ein häufiger Grund, warum eine Katze das Klo nicht mehr benutzt.

Strichzeichnung eines Katzenklos mit einer Schaufel und Katzenstreu-Körnern Jeden Tag schaufeln hält das Katzenklo frisch, für deine Katze und für deine Nase.

Sauber machen: jeden Tag schaufeln

Eine Katze hat eine Nase, die um ein Vielfaches empfindlicher ist als unsere. Ein Klo, das für dich gerade noch geht, ist für sie schon schmutzig.

  • Schaufel mindestens einmal am Tag, am besten zweimal. Entferne Klumpen und Kot und füll bis zur richtigen Höhe nach.
  • Tausch die Streu komplett aus, sobald Schaufeln nicht mehr reicht. Bei Klumpstreu ist das meist alle zwei bis vier Wochen; bei Silikatstreu hältst du dich an die Hinweise auf der Verpackung.
  • Wasch das Klo bei jedem kompletten Streuwechsel mit warmem Wasser und milder Seife. Vermeide stark riechende Mittel, und misch niemals Bleichmittel mit anderen Putzmitteln.
  • Ersetze das Klo selbst, wenn der Kunststoffboden tief zerkratzt ist: In Kratzern setzen sich Geruch und Bakterien fest.

Ein praktischer Nebeneffekt des täglichen Schaufelns: Du merkst sofort, wenn sich etwas verändert. Viel mehr oder größere Urinklumpen, sehr wenige oder Blut im Urin sind Gründe, den Tierarzt anzurufen.

Wenn deine Katze daneben pinkelt

Fang immer beim Tierarzt an. Blasenentzündung, Harngrieß, Nierenprobleme, Diabetes und schmerzende Gelenke sind häufige Gründe, warum eine Katze das Klo plötzlich meidet. Sie verbindet den Schmerz mit dem Klo und sucht sich einen anderen Platz.

„Presst dein Kater immer wieder im Katzenklo, ohne dass etwas kommt? Ruf sofort den Tierarzt an, auch nachts. Eine verstopfte Harnröhre ist lebensgefährlich.“

Wichtig zu wissen

Ist deine Katze gesund, geh diese Liste durch:

  • Hat sich etwas an der Streu, am Klo oder am Platz geändert?
  • Wird das Klo oft genug geschaufelt?
  • Gibt es genug Katzenklos für die Zahl der Katzen?
  • Gibt es etwas Neues im Haus: ein Baby, ein anderes Tier, einen Umzug, einen Umbau, eine Nachbarskatze am Fenster?
  • Pinkelt sie auf weiche Dinge (einen Teppich, die Wäsche) oder gerade auf kühle, glatte (einen Fliesenboden, die Badewanne)? Das verrät etwas darüber, welchen Untergrund sie sucht.

Mach die Stelle des Missgeschicks gründlich mit einem Enzymreiniger sauber. Normale Putzmittel entfernen den Geruch für dich, aber nicht für deine Katze. Stell eventuell ein zusätzliches Klo an die Stelle, zu der sie immer wieder geht, und schieb es danach langsam dorthin, wo du es haben möchtest.

Bestraf deine Katze nie. Sie versteht nicht, warum, und der Stress, den das auslöst, macht das Problem meistens größer.

Ein Kitten oder eine neue Katze eingewöhnen

Die meisten Kitten sind schon stubenrein, wenn sie zu dir kommen: Sie haben es von ihrer Mutter gelernt. In einem neuen Zuhause müssen sie das Klo nur noch finden. Lass dein Kitten die ersten Tage in einem kleineren Raum wohnen, mit Katzenklo, Futter und Schlafplatz in gutem Abstand zueinander. Setz es nach dem Fressen, nach dem Spielen und nach dem Aufwachen ins Klo. Lass es selbst graben; mehr braucht es nicht.

Schnell geprüft: Ist dein Katzenklo in Ordnung?

  • Ein Katzenklo pro Katze, plus eins, im Haus verteilt
  • Anderthalbmal so lang wie deine Katze
  • Ruhig, erreichbar und weit weg vom Futter
  • Fünf bis sieben Zentimeter Streu ohne Duft
  • Jeden Tag geschaufelt, regelmäßig komplett erneuert
  • Verhalten verändert? Zuerst zum Tierarzt

Dieser Ratgeber gibt allgemeine Tipps. Bei gesundheitlichen Beschwerden oder plötzlichen Veränderungen im Pinkelverhalten gehst du immer zuerst zu deinem Tierarzt.