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Ein Welpe zieht ein: So werden die ersten Wochen ein guter Start
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Ein Welpe zieht ein: So werden die ersten Wochen ein guter Start

Tailz 8 Min. Lesezeit

Der Tag, an dem du deinen Welpen abholst, gehört zu den schönsten, die du mit einem Hund erlebst, und zu den trubeligsten. In den ersten Wochen lernt dein Hund mehr als in jedem Jahr danach: wo er sich lösen darf, dass die Nacht zum Schlafen da ist, dass ein Staubsauger kein Monster ist. Mit ein wenig Vorbereitung machst du es ihm (und dir) um einiges leichter.

In diesem Artikel:

Bevor er einzieht: was du vorbereitest

Sorg dafür, dass vor dem großen Tag alles bereitsteht. Dann kannst du dich in den ersten Tagen um deinen Welpen kümmern statt um Einkäufe.

  • Ein fester Schlafplatz. Eine Hundebox oder ein Körbchen an einem ruhigen Ort, nicht mitten im Durchgang. Eine Hundebox ist keine Strafe, sondern eine Höhle: Mit einer Decke darüber und offener Tür fühlt sie sich für viele Hunde sicher an.
  • Dasselbe Futter wie beim Züchter. Frag nach, welches Futter dein Welpe jetzt bekommt, und kauf genau das für die ersten Wochen. Ein Umzug ist für den Magen schon aufregend genug.
  • Ein Futter- und ein Wassernapf. Am besten standfest und nicht zu tief, damit er gut herankommt.
  • Ein Halsband oder Geschirr und eine Leine. Ein Welpe wächst schnell; nimm etwas Verstellbares und prüf jede Woche, ob noch zwei Finger darunter passen.
  • Kauspielzeug. Der Zahnwechsel juckt. Was er kauen darf, muss für ihn leichter zu finden sein als deine Schuhe.
  • Eine weiche Bürste, damit er sich von klein auf an die Pflege gewöhnt.
  • Kotbeutel und, wenn du keinen Garten hast oder weit oben wohnst, eventuell Welpenunterlagen für die ersten Nächte.

Schau dir danach dein Zuhause mit den Augen eines Welpen an, auf Kniehöhe. Kabel, Schuhe, Zimmerpflanzen, Putzmittel in einem offenen Schrank, eine Treppe ohne Gitter: Alles, was weit unten liegt, wird probiert. Was du jetzt wegräumst, musst du später nicht verbieten.

Strichzeichnung einer Hundebox, eines Futternapfs, einer Leine, eines Balls und eines Kauknochens Schlafplatz, Näpfe, Leine und etwas zum Kauen: Damit kommst du durch die erste Woche.

Der erste Tag: Ruhe ist besser

Es ist verlockend, dein neues Familienmitglied gleich allen vorzustellen. Lass das lieber. Dein Welpe hat heute seine Mutter, seine Geschwister und alles, was er kannte, zurückgelassen. Halte den ersten Tag klein:

  • Geh nach der Ankunft zuerst an die Stelle draußen, an der er sich lösen darf, und warte dort in Ruhe.
  • Lass ihn ein Zimmer erkunden statt der ganzen Wohnung.
  • Lass ihn schlafen, wann er will. Ein acht Wochen alter Welpe schläft gut und gern achtzehn Stunden am Tag, und das braucht er auch.
  • Heb dir den Besuch von Freunden und Familie für nächste Woche auf.

Die ersten Nächte

Rechne damit, dass dein Welpe in den ersten Nächten weint. Er war noch nie allein. Was hilft:

  • Stell den Schlafplatz in den ersten Nächten neben dein Bett. Er hört und riecht dich, und du hörst, wenn er unruhig wird, weil er mal muss. Nach etwa ein, zwei Wochen kannst du die Hundebox Schritt für Schritt an ihren festen Platz bringen.
  • Etwas, das nach Zuhause riecht. Ein Tuch, das beim Züchter im Wurflager lag, wirkt Wunder.
  • Einmal nachts rausgehen ist normal. Ein junger Welpe kann es noch nicht die ganze Nacht halten. Geh kurz nach draußen, ohne Spiel und ohne viel zu reden, und dann zurück ins Bett. Die Nacht soll langweilig sein.
  • Die letzte Runde kurz vor dem Schlafengehen, und nimm das Wasser eine Stunde vorher weg.
Strichzeichnung eines schlafenden Welpen in einem Körbchen unter Mond und Sternen Ein ruhiger Platz neben deinem Bett macht die ersten Nächte kürzer, für euch beide.

Stubenreinheit: öfter raus, als du denkst

Stubenrein wird ein Welpe nicht durch Strafen, sondern durch gutes Timing. Dein Welpe lernt, wo er sich lösen soll, indem er oft genug im richtigen Moment dort ist. Geh mit ihm raus:

  • direkt nach dem Aufwachen, auch nach einem Nickerchen;
  • nach jeder Mahlzeit;
  • nach dem Spielen oder nach Aufregung (Besuch, ein neues Spielzeug);
  • und ansonsten tagsüber alle ein bis zwei Stunden.

Eine grobe Faustregel: Ein Welpe kann es ungefähr so viele Stunden halten, wie er Monate alt ist, plus eine. Ein zwei Monate alter Welpe hält also etwa drei Stunden durch, und sicher nicht länger.

Macht er draußen? Lob ihn sofort, genau in dem Moment, mit fröhlicher Stimme oder einem Leckerli. Geht drinnen etwas daneben, sag nichts und mach es mit einem Enzymreiniger sauber. Normale Putzmittel mit Ammoniak riechen für einen Hund wie Urin und laden dazu ein, wieder dorthin zu machen. Bestrafst du einen Welpen für ein Missgeschick, lernt er nur, dass er sich besser nicht löst, wenn du dabei bist, und das macht das Üben draußen erst recht schwierig.

„Geh raus, bevor etwas danebengeht, nicht erst danach. Jedes Mal, wenn es draußen klappt, zählt doppelt.“

Tipp aus unserem Team

Fütterung: gleiches Futter, feste Zeiten

Bleib in den ersten ein, zwei Wochen beim Futter des Züchters. Möchtest du danach umstellen, mach es schrittweise über etwa eine Woche: Fang mit einem Viertel neuem Futter unter dem alten an, geh nach zwei, drei Tagen auf die Hälfte, dann auf drei Viertel und dann ganz über. So hat die Darmflora Zeit, sich daran zu gewöhnen.

Ein Welpe braucht Futter, das speziell für das Wachstum gemacht ist: mehr Energie und Eiweiß und ein ausgewogenes Verhältnis von Calcium zu Phosphor. Das Letzte ist vor allem bei großen Rassen wichtig, die besser nicht zu schnell wachsen. Kleine Rassen sind meist mit zehn bis zwölf Monaten ausgewachsen, große Rassen erst nach anderthalb bis zwei Jahren. Wähl deshalb ein Welpenfutter, das zur erwarteten Größe als erwachsener Hund passt.

AlterMahlzeiten pro TagWorauf du achtest
8 bis 12 Wochen4Kleine Portionen, feste Zeiten
3 bis 6 Monate3Portion laut Verpackung mitwachsen lassen
Ab 6 Monaten2Umstellung auf Futter für erwachsene Hunde, je nach Rasse

Die Menge auf der Verpackung ist ein Ausgangspunkt, kein Gesetz. Fühl regelmäßig an den Rippen: Du solltest sie fühlen können, ohne sie zu sehen. Leckerlis, die du beim Training gibst, zählen mit; zieh sie von der Tagesration ab.

Sozialisierung: das Fenster, das sich nicht wieder öffnet

Bis etwa zur vierzehnten Woche ist dein Welpe weit offen für neue Eindrücke. Was er in dieser Zeit ruhig und positiv kennenlernt, findet er später ganz normal. Was er nie sieht, kann ihm später Angst machen. Ein großer Teil dieser Zeit liegt schon hinter ihm, wenn er zu dir kommt, also fang sofort an, in seinem Tempo.

Denk an eine kleine Liste, die du in den ersten Wochen abarbeitest:

  • Menschen: Kinder, Menschen mit Hut, mit Regenschirm, mit Rollator, auf dem Fahrrad.
  • Geräusche: der Staubsauger, die Türklingel, Verkehr, ein Gewitter in geringer Lautstärke über dein Handy.
  • Untergründe: Gras, Kies, Fliesen, ein Metallgitter, ein glatter Boden.
  • Situationen: eine Autofahrt, eine ruhige Caféterrasse, der Tierarzt für ein Leckerli ohne Spritze.
  • Andere Hunde: ruhige, gesunde erwachsene Hunde, die gut mit jungen Hunden umgehen, und eine Welpengruppe in einer Hundeschule.

Qualität geht vor Quantität. Eine entspannte Begegnung ist besser als fünf überwältigende. Schaut dein Welpe weg, verkriecht er sich oder erstarrt er, gib ihm mehr Abstand und versuch es an einem anderen Tag noch einmal.

Alleinbleiben übst du in Minuten

Auch wenn du in den ersten Wochen zu Hause bist, übst du gleich das Alleinbleiben. Fang mit ein paar Minuten in einem anderen Zimmer an, während er kaut oder schläft, und steigere es langsam. Mach aus dem Gehen und Wiederkommen kein Ereignis: kein langer Abschied, keine Party bei der Rückkehr. So wird Alleinsein etwas ganz Normales und nicht etwas, das plötzlich am ersten Arbeitstag beginnt.

Tierarzt, Chip und Registrierung

Plan in der ersten Woche einen Besuch beim Tierarzt ein. Er untersucht deinen Welpen, schaut sich den Impfpass an und erstellt mit dir einen Plan für die weiteren Impfungen und Entwurmungen.

In Belgien muss ein Hund gechippt und bei DogID registriert sein, bevor er den Wurf verlässt. Prüf beim Abholen, dass das passiert ist, und sorg dafür, dass die Registrierung auf deinen Namen und deine Adresse läuft. Ziehst du später um oder bekommst du eine neue Telefonnummer, ändere es sofort: Ein Chip hilft nur, wenn die Daten stimmen.

Die ersten vier Wochen auf einen Blick

WocheWorauf du dich konzentrierst
Woche 1Ruhe, fester Schlafplatz, fester Löseplatz, das Futter vom Züchter, der Tierarzt
Woche 2Stubenreinheit nach Plan, kurze Momente allein, die ersten neuen Geräusche und Untergründe
Woche 3Ruhiger Besuch, kurze Ausflüge, eventuell Umstellung auf anderes Futter, Start in der Welpengruppe
Woche 4Alleinbleiben ausbauen, Spaziergänge an der Leine, Bürsten und Pfotenanfassen als Gewohnheit

Zum Schluss

Dein Welpe muss nach vier Wochen nicht alles können. Wichtig ist, dass er lernt, dass die Welt ein sicherer Ort ist und dass du für ihn da bist. Halte es kurz, halte es fröhlich, und sei nachsichtig mit dir, wenn es mal nicht klappt: Jeder Welpe hat gute und weniger gute Tage.

Dieser Ratgeber gibt allgemeine Tipps. Bist du dir bei der Gesundheit oder der Entwicklung deines Welpen unsicher, frag deinen Tierarzt.

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